Speedpainting

Lehrveranstaltung an der Universität Innsbruck, 2014

Jede Oma rennt ins MoMA (von Diedrich Diederichsen)

Die meisten Menschen tragen einen Kopfhörer. Sie stehen in den Teppichen, horchen auf die sanften Suggestionen aus dem Headset und rezipieren. Im Kopf die Stimme von de Niro und vor den Augen ein Meisterwerk. Irgendein Meisterwerk.

Außergewöhnliche Aufläufe vor dem schwarzen Bild von Ad Reinhardt. Irgend-jemand, vermutlich die Stimme de Niros, hat unter die Leute gebracht, dass es ein Schwarz unter dem Schwarz zu entdecken gäbe. Man nimmt es sportlich: Wer schafft es durch richtiges Starren den Effekt zu erzielen? Rothko geht leichter. Das flauschige Ausfransen der Farbfelder trifft auf ein psychedelisch sensibilisiertes Lounge- Publikum. Beeindruckte junge Pärchen. Ein heterogenes Publikum: alt und jung, gebildet und eventkulturgeil, eingeweiht und – ja, auch der gute alte Banause ist noch da. Es ist ein gut gekleideter Mittdreißiger und er fühlt sich „verarscht“. Das erste monochrome Bild seines Lebens.